Wilfriede und die Reise des Lebens

Gemeinsam mit Conrad Wiedemann schreibe ich zurzeit an einem Kinderbuch. In unserem Buch thematisieren wir auf spielerische Art und Weise Fragen des Lebens, der Liebe und der Suche nach dem eigenen Sinn.

Wie die Reise begann…

Wilfriede ist eine bunte Papageiendame in der Blüte ihres Lebens. Schon als kleines Papageienmädchen kam sie auf das Piratenschiff “Serendipity”, welches in hoher See ganz weit draußen im Indischen Ozean vor sich hinschippert. Auf Serendipity (was so viel heißt etwas zu finden, wonach man nicht gesucht hat!) lebte Wilfriede glücklich und zufrieden mit fünf starken Seemannsfrauen und fünf ebenso starken Seemännern. Der Kapitän Ben war Wilfriedes bester Freund und ihr ging es wirklich gut auf dem Schiff. Dennoch zog sie etwas weg, die ewig wiederkehrende Monotonie der Gezeiten und Wilfriedes Neugierde auf die Welt ließen sie eines sonnigen Tages beschließen, dass die Zeit für sie gekommen war mal ganz alleine eine große Reise anzugehen. Bislang war sie immer nur gemeinsam mit den Piraten an Land gegangen und sie hatte jetzt Lust mal ein Abenteuer ganz alleine zu unternehmen. Also verabschiedet sie sich von ihren Piratenfreunden auf unbestimmte Zeit spannte ihre bunten Flügel und flog los in die weite Welt.

Hierbei hatte sie ein Ziel, einen Traum, eine Vision im Gepäck. Sie wünschte sich einmal das Land zu bereisen nach dem ihr Heimatozean benannt war.

INDIEN: Die Zugvögeln, welche sie im Winter auf dem Weg in den Süden immer besuchen kamen hatten ihr schon so viel über dieses magische Land berichtet. Nun wollte sie selbst die Gerüche und bunten Farben wahrnehmen und die andersartige Kultur kennenlernen. Wilfriede hatte gehört da gäbe es manch sonderbare Menschen, die ihre Beine hinter dem Kopf verknoten konnten und sonst auch komische Dinge mit ihrem Körper anstellten. Diese Körperverknotungen nannten sich wohl so ähnlich wie Ananas, oder war der Name Asanas?

Und dann gab es auch noch Menschen die nachdem sie sich wieder entknotet hatten ganz lange dasaßen und meditierten. Das fand Wilfriede alles sehr spannend, denn sie hatte das auch schon öfter probiert und fand es gar nicht so einfach, nur so dazusitzen und sich selbst zu beobachten. Sie fragte sich was die Menschen oder Tiere die häufig meditierten für Erkenntnisse über den Sinn des Dasein erlangt hatten.

Und so flog und flog Wilfriede über abertausende blaue Weiten bis sie ganz in der Ferne das erste Land entdeckte.

Dort lernte sie zuallererst den Waldriesen Grumpel und seinen besten Freund den Rauhaardackel Rüdiger kennen.

Wilfriede entdeckte die beiden bei ihrer Rast in einer hohen Wipfeltanne. Der große Riese und der sehr kleine Dackel waren ein ungewöhliches Bild und beide hielten eine Pallette mit den buntesten Farben in der Hand. Mit den schillerndsten Rot und Orangetönen bis hin zu Violett und Magenta bemalten die beiden gerade die Blätter der Bäume.

Das fand Wilfriede ungewöhnlich und sie fragte die beiden was sie damit bewirken wollten…

Illustration © Jil Beyer

Menü